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Bild zum Projekt: INDIEN - Endlich Zuflucht finden
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INDIEN - Endlich Zuflucht finden

Schwerpunkt: Existenzsicherung
Projektnummer: 258

Nachtunterkunft und Unterstützung für Obdachlose
Menschen, die in der Millionenstadt Delhi auf der Straße leben: Männer, Frauen und Kinder, die von früh bis spät arbeiten, aber kein Zuhause haben, keinen Platz, wo sie in der Nacht in Ruhe schlafen können. Sie leiden an Hunger, Krankheiten, Kälte. Sie werden vertrieben, ausgebeutet, missbraucht. Es ist ein trostloses Leben, geprägt von ständiger Unsicherheit und quälender Angst.

Ein Platz in einer sicheren Nachtunterkunft kann ihr Leben zum Besseren wenden. Hier gibt es saubere Betten und Waschgelegenheiten, Unterernährte und Kranke werden versorgt. Sie finden Hilfe bei Problemen mit dem Arbeitgeber oder der Polizei, der Schulbesuch der Kinder wird sichergestellt. Hier können Obdachlose ENDLICH ZUFLUCHT FINDEN.

Allein, obdachlos, hilflos
Priya, eine hochschwangere 24-jährige Frau, die auf der Straße lebt, wurde von einem Polizisten mit einem Schlagstock geprügelt, um sie aus einem Park zu vertreiben. Durch den Schock und die Schmerzen kam das Kind noch im Freien zur Welt. Zum Glück geht es dem Neugeborenen vorerst gut.
Zwei obdachlose Taglöhner starben letzte Nacht. Ohne Zuhause und wärmende Kleidung waren sie der beißenden Winterkälte hilflos ausgeliefert.
Die Eltern der 13-jährigen Sahinib starben. Ihre Verwandten nahmen sie nicht auf, da sie Diabetikerin ist und ihnen die Medikamente zu teuer sind. Der graue Star an ihren Augen müsste operiert werden. Sie ist allein, obdachlos, hilflos.
Berichte aus Indiens Hauptstadt Delhi über die Lage von Menschen, die auf der Straße leben.

Kein Platz für sie
In Delhi wird die Zahl der Obdachlosen auf 150.000 geschätzt. Meist sind es Männer, aber auch Frauen, Kinder und ganze Familien. Indien, das “Land der Dörfer”, befindet sich in einem gewaltigen Umbruch: Millionen verlassen ihre Dörfer und wandern in die Großstädte. Fortgetrieben von den ökonomischen und ökologischen Umwälzungen eines Wirtschaftssystems, das sie nicht ernähren kann und ihnen keine andere Wahl lässt als zu flüchten. In der Stadt angekommen stehen sie aber wieder vor dem Nichts. Andere wurden obdachlos, weil die Behörden „aus Verschönerungsgründen” ganze Slumsiedlungen niederwalzen lassen. Viele verdienen ganz einfach zu wenig, um sich eine Unterkunft leisten zu können. In Delhi einen Platz zum leben zu finden wird immer schwieriger.

Ausgebeutet, diskriminiert, missbraucht
Wer auf der Straße überleben will, muss ein wahrer Überlebenskünstler sein. Die Schwerarbeit als Taglöhner, Bauarbeiter, Rikschafahrer, Müllsammler zehrt an den Käften. Die Kinder versuchen Gelegenheitsjobs zu ergattern oder sie betteln. Sie werden ausgebeutet, diskriminiert, missbraucht. Sie leben in ständiger Angst vor weiteren Übergriffen, vor Ausbeutung und Überfällen und der nächsten Vertreibung. Ausufernde Polizeibrutalität ist ebenfalls ein großes Problem. Sie leiden an Hunger, Unterernährung, Krankheiten und der Kälte im Winter. Obwohl sie Tag und Nacht arbeiten, können sie ihre Lage aus eigener Kraft nicht verbessern. Es sind Menschen, die unerlässlich für das Funktionieren der großen Stadt sind und dabei doch ohne Rechte ein unwürdiges Dasein fristen.

Viel zu wenig Schutz
Es gibt einige wenige Nachtunterkünfte (night shelters), aber es sind viel zu wenige für die große Zahl der Hilfsbedürftigen. Und noch dazu waren selbst die bestehenden bisher oft nicht sicher, wie der Bericht eines Projektmitarbeiters zeigt: “Die Männer kamen am 22. Dezember im Morgengrauen. Sie brüllten herum und jagten alle Männer, Frauen und Kinder aus den Zelten ins Freie. Jene, die nicht schnell genug waren, wurden geschlagen. Sie rissen die Zelte nieder, transportierten alles ab und fuhren wieder weg. Einige Tage später waren ein Mann und ein Kind tot. Ohne Schutz waren sie nachts erfroren.” Diese Menschen brauchen dringend Hilfe, um menschenwürdig leben zu können.

Hilfe von ganz oben
Die Mitarbeiter unseres 1959 gegründeten Projektpartners IGSSS wurden über Medienberichte auf die Notlage der städtischen Obdachlosen aufmerksam. Sie führten eine Untersuchung durch und eröffneten Nachtunterkünfte. Mit Unterstützung befreundeter Organisationen erreichten sie, dass der indische Oberste Gerichtshof im Mai 2010 alle städtischen und bundesstaatlichen Behörden verpflichtete, für sichere Nachtunterkünfte für Obdachlose zu sorgen. Seitdem beginnt sich die Lage der bis dahin so vernachlässigten Menschen sehr langsam, aber doch zu verbessern. Ein Mitarbeiter von IGSSS:
Wir müssen die auf der Straße lebenden Menschen als gleichwertige Bürger unseres Landes betrachten und sie nicht wie Diebe und Asoziale behandeln.

Konkrete Hilfe und Bekämpfung der Ursachen
Die Arbeit von IGSSS umfasst unter anderem folgende konkrete Hilfestellungen:
– Errichtung und Betrieb von Nachtunterkünften: Diese befinden sich in Gebäuden und Zelten. Es gibt Stockbetten, saubere Bettwäsche und Decken, abschließbare Fächer, Kühlschränke, Waschgelegenheiten,
– stark Unterernährte bekommen sofort zu essen, im Winter werden Suppenküchen mit warmen Mahlzeiten und heißem Tee betrieben,
– Hilfe bei Krankheit: In jeder Unterkunft gibt es einen Hauptverantwortlichen (ein Obdachloser), der bei einer Erkrankung einen Arztbesuch ermöglicht,
– ein Sozialarbeiter hilft bei diversen Anliegen: wenn ein Arbeitgeber nicht zahlen will, ein Polizeiübergriff vorliegt, Familienanschluss hergestellt werden soll ...,
– Hilfe bei Behördenkontakten: Ausstellung von Identitätsausweisen, Geburts- urkunden für die Neugeborenen, Rechtsvertretung bei Vertreibung, Wahlkarten ...,
– Kinder werden dabei unterstützt, zur Schule zu gehen, um ihre Zukunft zu sichern,
– Schulung von zehn Obdachlosen als Berater für andere Obdachlose,
– Unterstützung bei der Suche nach Einkommen schaffenden Maßnahmen - zum Beispiel erlernte eine Frauengruppe die Herstellung von Linsenmehlfladen und verkauft diese am Markt.
Neben diesen konkreten Hilfestellungen wird auch durch Lobbyingarbeit und Kampagnen mit Erfolg versucht, die Probleme dieser Menschen in die Öffentlichkeit zu tragen und damit mehr Verständis für ihre Situation zu schaffen.

Aus der Hilflosigkeit in die Selbständigkeit
Alle diese Bemühungen sind darauf ausgerichtet, den auf der Straße lebenden Menschen zu helfen, sich aus ihren prekären Lebensbedingungen zu befreien, sodass sie als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden. Dieses Projekt will dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Unser Beitrag
Der Entwicklungshilfeklub möchte mithelfen, dass möglichst viele Obdachlose in Delhi einen sicheren Schlafplatz und konkrete Hilfe erhalten. Für drei obdachlose Menschen werden dafür 174,- Euro für ein Jahr (1 Mikro) benötigt. Damit können Schlafplatz, Lebensmittel, medizinische Versorgung, Schulbesuch der Kinder, Sozialarbeit und die Lobbying- und Kampagnenarbeit gesichert werden. Die Obdachlosen Delhis sollen Endlich Zuflucht finden,
ein menschenwürdiges Leben führen und ein anerkannter Teil der Gesellschaft werden.

Finanzieller Anteil:
174,- Euro (Nachtunterkunft und Hilfe für drei obdachlose Menschen für ein Jahr) => Betrag von 1 Mikro

Anteilstein:
29,- Euro (Unterstützung einer Person für ein halbes Jahr) => Betrag von 1 Anteilstein

Projektdurchführung:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
IGSSS - Indo-Global Social Service Society (Durchführung im Einsatzgebiet) Joseph Sebastian (Projektkoordinierung)

Projektstart:
Jänner 2012

Download [1.2 MB]Projekt 258 - Endlich Zuflucht finden [PDF, 1.2 MB]

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