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Projekte

Bild zum Projekt: LIBERIA - Bücher schenken Zukunft
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LIBERIA - Bücher schenken Zukunft

Schwerpunkt: Bildung
Projektnummer: 230

PROJEKT ABGESCHLOSSEN



Schulen in Hütten und Baracken, Klassen mit bis zu 200 Schülerinnen und Schülern, die auf Ziegelsteinen oder am Lehmboden sitzen, die weder Hefte noch Bücher haben. Trotzdem sehen Eltern und Kinder mit dem Zugang zu Bildung die große Chance, endlich Perspektiven für die Zukunft zu haben.

,Zurück zur Schule‘ lautet die Parole, um eine vom Krieg verstörte Generation zurück ins Leben zu führen. Es soll endlich wieder Schulen geben, in denen motivierte Lehrer die Kinder unterrichten, sie mit Büchern auf das Leben vorbereiten.
Denn BÜCHER SCHENKEN ZUKUNFT.

Warten und fliegen
„Das ist keine Schule. Das sind tausend Kinder in einem Gebäude, das darauf wartet, eine Schule zu werden.“ Durch das Dach regnet es hinein, die Kinder sitzen auf Ziegelsteinen oder auf dem feuchten Lehmboden, wir sehen kein einziges Buch. Die Mitglieder einer Hilfsorganisation reden nach ihrem Gespräch mit dem Direktor mit einigen Schülern.
„Was möchtest du werden?“ „Pilot.“ „Was machen deine Eltern?“ „Sie sind tot.“
Antworten, die zu verstehen geben, dass sie entfliehen, irgendwo hinfliegen möchten, in eine freundlichere Welt. Es sind Kinder, die im Krieg geboren und aufgewachsen sind, eine ‚verlorene Generation’ – und gleichzeitig die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Anfang und Ende
Liberia ist die älteste afrikanische Republik. Sie wurde 1847 von ehemaligen amerikanischen Sklaven ausgerufen, die in der ersten Hälfte des Jahrhunderts im Zuge der Sklavenbefreiung an der Küste angesiedelt wurden. Die ‚Ameriko-Liberianer’ hatten auch das Hinterland besetzt, sich als Oberschicht etabliert und die hier lebenden Volksgruppen unterdrückt. Der Ausverkauf der Naturreichtümer an amerikanische Firmen, zum Beispiel des gesamten Naturkautschuks, führte immer wieder zu Aufständen. Nach einem Militärputsch 1980 stürzten macht- und geldgierige Politiker und Militärs das Land in den Abgrund. Der Bürgerkrieg zwischen 1989 und 2003 kostete Hunderttausende das Leben und machte Hunderttausende andere zu Flüchtlingen.

Die Bilanz
Die Schulen. Drei Viertel beschädigt oder zerstört, nur jede dritte in einem gemauerten Gebäude untergebracht. Lehrbehelfe, Möbel und Sanitäranlagen in über der Hälfte nicht vorhanden.
Lehrkräfte. Viele sind während der Unruhen geflüchtet oder umgekommen.
Sechs von zehn Lehrer/innen haben keine pädagogische Ausbildung, manche besuchten selbst nur die Grundschule.
Schüler/innen. Traumatisiert durch schreckliche Erlebnisse, viele waren Kindersoldaten. Müde durch außerschulische Arbeiten, um Geld für das Überleben der Familie zu verdienen.


Wie soll es weiter gehen?
UNO-Blauhelme müssen in vielen Regionen nach wie vor für Sicherheit sorgen, es gibt Flüchtlingslager, die von internationalen Organisationen versorgt werden. Nur jeder fünfte Liberianer hat eine Anstellung, die Mehrheit lebt als bäuerliche Selbstversorger, vom Kleinhandel oder Heimhandwerk. Die halbe Bevölkerung lebt unter der Grenze für ‚extrem Arme’, das bedeutet von weniger als einem halben Dollar pro Tag. Doch die Nachkriegs-Katastrophenhilfe ist abgeschlossen. Nun geht es um die Zukunft, wie ein Vertreter unserer Partner-Organisation berichtet:
„Wir haben die Menschen gefragt, was sie am meisten brauchen und erhoffen. Und wir bekamen erstaunliche Antworten: Nicht Gesundheit, Essen oder besseres Wohnen stehen zuoberst auf der Wunschliste. Sondern Bildung.“
Die Menschen hoffen, dass sie mit mehr Wissen, Fähigkeiten und Kenntnissen einmal selbst dafür sorgen können, auch alle anderen Bedürfnisse zu decken.

Zurück zur Schule
Liberia ist nicht nur die erste afrikanische Republik. Es ist auch das erste afrikanische Land, das seit Jänner 2006 von einer Frau, Ellen Johnson-Sirleaf, regiert wird. Mit viel Elan und ambitionierten Plänen wurde begonnen, Maßnahmen einzuleiten, um das Land aus den dunklen Zeiten der vergangenen Jahrzehnte herauszuholen. Rückschläge und Enttäuschungen sind allerdings vorprogrammiert, da es an ausreichenden Mitteln und qualifizierten Leuten für die Umsetzung fehlt. Die Kampagne ‚Zurück zur Schule’ soll längerfristig dieses Manko ausgleichen, steht im Regierungsprogramm an erster Stelle und wird von zahlreichen internationalen Hilfswerken mitgetragen.

Das sagen Lehrer und Lehrerinnen:
„In Zukunft soll es nicht mehr als 60 Kinder in einer Klasse geben. Das ist gut. In einer Klasse mit 100 oder 200 Kindern kann niemand etwas lernen.“
„Die 20,- Euro pro Monat, die ich verdiene, kommen jetzt pünktlich, nicht Monate später oder gar nicht. Außerdem soll es eine Gehaltserhöhung geben.“
„Ich bin kein richtiger Lehrer. Um es zu werden, gehe ich jeden Samstag zu einem Seminar, 14 Wochen lang.“
„Ich war während des Kriegs im Ausland. Die Kinder sind jetzt anders. Weniger kindlich, verstört, manchmal aggressiv. Sie haben Schreckliches mitgemacht und sind traumatisiert. Sie brauchen unsere Hilfe und Liebe.“


Unser Beitrag
Bushrod ist ein Bezirk der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Hier regnet es acht Monate pro Jahr, wodurch sich dann besonders die Slumgebiete – und in solchen lebt die Hälfte der Stadtbewohner – in ein schlammiges Sumpfgebiet verwandeln. So auch in New Kru Town, wo wir gemeinsam mit unserer Partner-Organisation Oxfam dazu beitragen möchten, dass der Zugang zu Bildung auch der erste Schritt zu einem selbstgestalteten Leben in Würde führt:
Eine neue Schule für 2.000 Kinder und Jugendliche, die in drei Schichten (morgens, nachmittags und abends) unterrichtet werden und eine Schulbibliothek, die auch den anderen Bewohnern der Slumsiedlung offensteht.
Für jeden Schüler und jede Schülerin werden für einen Schulzyklus von fünf Jahren 50,- Euro für Bücher, die in der Schulbibliothek aufbewahrt werden, Bank, Tisch und ein anteiliger Betrag für das Schulgebäude benötigt. Die Bücher sind kein persönliches Eigentum der Lernenden, sondern werden jahrgangsweise in der Bibliothek entlehnt.
10,- Euro sichern demnach einen Schulplatz für ein Kind für ein Jahr. Die laufenden Kosten für den Betrieb und den Lehrkörper werden von Oxfam und vom liberianischen Unterrichtsministerium beigestellt.

Das sagen Schüler und Schülerinnen:
„Ich habe im Krieg viel Böses getan. Ich habe nicht geglaubt, dass man mir einmal wieder die Hand geben wird.“
„Ich bin nur ein Mädchen und muss auf dem Markt arbeiten. Trotzdem helfen mir meine Eltern, dass ich auch zur Schule gehen kann.“
„Der Lehrer redet viel mit uns, er ist lustig und das Lernen macht uns Spaß.“


Mit unserer Hilfe sollen Kinder wieder unterrichtet und mit Büchern aufs Leben vorbereitet werden,
Denn Bücher schenken Zukunft.

Finanzieller Anteil:
250,- EUR (Schulplätze und Lehrbehelfe für 5 Kinder für 5 Jahre) => Betrag von 1 Mikro

Anteilstein:
10,- EUR (Schulplatz für 1 Kind für 1 Jahr) => Betrag von 1 Anteilstein

Projektdurchführung:
Oxfam (Partner-Organisation des Klubs)

FAWE - Federation of African Women Educationalists
(Durchführung im Einsatzgebiet)

David Mwaniki (Projektkoordinierung)

Projektstart:
September 2008

Projektabschluss:
April 2009

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