Home Site Map
zwei Buben in AfrikaTrinkendes Kinddrei Frauen in IndienFrauen bei der Ernte in Südamerikazwei Schulmädchen in Indienglückliche Familie

Projekte

Bild zum Projekt: BANGLADESCH - Ein guter Weg
Bild zum Projekt: BANGLADESCH - Ein guter Weg

BANGLADESCH - Ein guter Weg

Schwerpunkt: Bildung
Projektnummer: 236

Schulbildung für arbeitende Slumkinder

Kinder und Jugendliche in den Slums von Dhaka. Sie müssen hart arbeiten, nur mit ihrem Beitrag kann die Familie überleben. Aber was sie an einem Tag als Straßenverkäufer oder Schuhputzer verdienen, reicht höchstens für eine Mahlzeit. Ohne Schulbildung wird das ihr Leben lang so bleiben.

In einer Schule, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, können Straßenkinder und arbeitende Kinder aus den Elendsvierteln Schulbildung erwerben - am Vormittag, am Nachmittag oder am Abend. Damit öffnet sich endlich auch für sie EIN GUTER WEG in die Zukunft.

Flucht vor dem Hunger
Salina kam mit 12 Jahren zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Dhaka . Im Heimatdorf verlor die Familie ihr kleines Stückchen Land und damit ihre Existenzgrundlage. Es blieb nur noch der Weg in die Stadt als Alternative. Als Analphabet und ohne Ausbildung hatte der Vater keine Chance, Arbeit zu finden. Jahrelang war Salina froh, wenn sie zumindest ein Mal am Tag etwas essen konnte. An vielen Tagen gab es gar nichts.
So wie Salina und ihrer Familie geht es jährlich tausenden Familien. Auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger machen sie sich auf den Weg nach Dhaka und stranden in einem der Slumviertel, in extremer Armut und Hoffnungslosigkeit.

Überleben im Slum
Aufgrund der Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten gehört Dhaka zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt. Der Großraum der Hauptstadt von Bangladesch beherbergt bereits geschätzte 20 Millionen Menschen. Die riesigen, sich rasant ausbreitenden Slumviertel sind geprägt von fehlenden Arbeitsmöglichkeiten, prekären Wohnverhältnissen und äußerst mangelhafter Infrastruktur bei Trinkwasserversorgung, Abfallbeseitigung, Gesundheitsversorgung und Bildungseinrichtungen. Die Menschen hier überleben mehr schlecht als recht als Tagelöhner oder arbeiten für einen Hungerlohn in einer der großen Fabriken, die Billigartikel für den Export herstellen. Drückende Armut und Chancenlosigkeit prägen den Alltag.

Kinderarbeit ist hier „normal“
Kinderarbeit ist weit verbreitet, denn Kinder und Jugendliche sind gezwungen zu arbeiten, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Schon ab dem Alter von fünf oder sechs Jahren arbeiten viele als Schuhputzer, Tellerwäscher oder Straßenverkäufer. Später als Jugendliche arbeiten sie als Kulis, Tagelöhner, Fabrikarbeiter, Rikschafahrer …
So wie Kulsum, ein 14jähriges Mädchen aus dem Slumviertel Mugdapara:
Ich arbeite jeden Tag, auch am Sonntag, in einer Fabrik und stelle Schmuckschachteln her. Das Geld gebe ich meiner Mutter.
Das Mädchen verdient umgerechnet 7,– Euro pro Monat. Andere Kinder arbeiten stundenweise und verdienen noch weniger. Ihr Alltag ist im Grunde ein verzweifelter Überlebenskampf.

Ohne Bildung keine Chance
Weil es so viele Arbeitssuchende gibt, wird in Dhaka selbst für einfache Jobs schon Schulbildung verlangt. Aber es gibt nur wenige Schulen im Slum und diese gehen kaum auf die besonderen Bedürfnisse arbeitender Kinder ein. Doch ohne Schulbildung besteht für die Kinder und Jugendlichen so gut wie keine Hoffnung, der extremen Armut und dem Hunger zu entkommen.
Sowohl Salina als auch Kulsum würden es gerne auf sich nehmen, jahrelang, neben ihrer anstrengenden Arbeit, Schulbildung nachzuholen, denn sie wissen, es ist ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Wir möchten ihnen diese Chance geben.

Eine Schule für arbeitende Kinder
Die Notre-Dame-Schule ist eine Schule für die Armen und liegt im Slumviertel Motijheel. Sie ist die einzige weit und breit, die den Anforderungen arbeitender Kinder gerecht wird. Die Nachfrage nach Schulplätzen ist enorm und die Schüler und Schülerinnen kommen auch aus benachbarten Vierteln.
Früher dachten gerade die ärmsten Familien, dass Schulbildung gar nichts bringt. Aber jetzt sehen sie, dass die Kinder und Jugendlichen mit einem Schulabschluss der Notre-Dame-Schule viel größere Chancen haben, sich im Leben zu behaupten“, schreibt Schulleiter James T. Banas von den Holy Cross Fathers, die diese Schule führen und mit der Caritas Bangladesh zusammenarbeiten.

Unterricht und eine warme Mahlzeit
Das Schulgebäude ist sehr einfach. Die Klassenräume sind klein und manchmal nur durch die Tafel voneinander getrennt, aber die Kinder und Jugendlichen lernen mit Begeisterung, was jeder Besucher sofort spürt.
Unterrichtet wird in drei Schichten:
– Vormittagsklassen für Kinder und Jugendliche der unteren Schulstufen und die Kindergartengruppen,
– Nachmittagsklassen für Kinder und Jugendliche der Schulstufen 1 bis 5,
– Abendklassen für Jugendliche und junge Erwachsene, welche den ganzen Tag arbeiten müssen und jene, welche die Schulstufen 6 bis 8 besuchen.

In den Abendklassen unterrichten auch bereits die besten älteren Schüler, die sich damit ihr Studium verdienen. Sie wurden vorher in Methodik und Didaktik geschult. Da viele Kinder mit leerem Magen in die Schule kommen, bekommen sie auch eine warme Mahlzeit: Fladenbrot (chapati) mit Linsen- oder Sojacurry und Gemüse.

„Ich schaffe das“
Etwa 1.400 Schülerinnen und Schüler besuchen jährlich die Schule. Etwa 200 von ihnen halten nicht durch, da ihnen nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach die Augen zufallen. Aber die anderen schaffen es – eine für Kinderarbeiter beachtliche Zahl.

Die mittlerweile 15jährige Salina erzählt mit leuchtenden Augen:
Ich habe hier Lesen und Schreiben gelernt, wie mein Bruder Joyanto. Nach der 8. Klasse fand er einen Job auf dem Großmarkt. Seitdem geht es meiner Familie schon viel besser. Ich hoffe, einen Job in einem Büro zu bekommen, damit ich meine Eltern unterstützen kann. Ich bin ganz sicher – ich schaffe das.

Unser Beitrag
Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Schulbücher und andere Materialien zu einem stark ermäßigten Preis. Die Allerärmsten verrichten ersatzweise leichte Arbeiten auf dem Schulgelände.
Für die Schulbildung eines Kindes oder Jugendlichen werden pro Jahr 76,– Euro benötigt. Dieser Betrag ermöglicht den Unterricht, die Schulausspeisung und den Zuschuss zu den Büchern.

Arbeitenden Kindern und Jugendlichen, die in extremer Armut und Chancenlosigkeit leben, soll durch Schulbildung und eine tägliche warme Mahlzeit Ein guter Weg in eine bessere Zukunft ermöglicht werden.

Finanzieller Anteil:
228,- EUR (Schulbildung für drei Kinder während eines Jahres) => Betrag von 1 Mikro

Anteilstein:
38,- EUR (Schulbildung für ein Kind während eines halben Jahres) => Betrag von 1 Anteilstein

Projektdurchführung:
Misereor (Partner-Organisation des Klubs)
Holy Cross Fathers, Caritas Bangladesh (Durchführung im Einsatzgebiet)
Benedict Alo D’Rozario (Projektkoordinierung)

Projektstart:
Juli 2009

[ zurück ]


hosted at Brunner Webhosting - login - JPETo™ CMS JPETo - James's Publishing & Editing Tool