Home Site Map
zwei Buben in AfrikaTrinkendes Kinddrei Frauen in IndienFrauen bei der Ernte in Südamerikazwei Schulmädchen in Indienglückliche Familie

Projekte

Bild zum Projekt: NIGER - Schlüssel zur Bildung
Bild zum Projekt: NIGER - Schlüssel zur Bildung
Bild zum Projekt: NIGER - Schlüssel zur Bildung

NIGER - Schlüssel zur Bildung

Schwerpunkt: Frauen
Projektnummer: 295

Lesegruppen und Aufklärungsprogramm für Mädchen
Traditionelle Denkmuster lassen sich nur schwer durchbrechen: Mädchen sollen früh heiraten anstatt zur Schule zu gehen, um später einmal einen Beruf auszuüben. Mädchen und junge Frauen haben daher kaum Chancen, je Lesen und Schreiben zu lernen – der Zugang zur Bildung bleibt den meisten verschlossen. Bewusstseinsbildung soll dazu beitragen, dass der Wert der Bildung auch für Mädchen erkannt wird und ein Umdenken in den Dörfern erfolgen kann. In Lesegruppen können Mädchen speziell gefördert werden und Begeisterung für das Lernen entwickeln. Tragen wir gemeinsam dazu bei, dass Mädchen ihren SCHLÜSSEL ZUR BILDUNG erhalten, der ihnen das Tor in eine selbstbestimmte Zukunft öffnet.

Warum darf ich nicht lernen?
Meine Freundinnen mussten heiraten und gehen daher nicht mehr zur Schule. Viele von ihnen sind außerdem schon schwanger. Es macht mich sehr traurig, weil wir gerne gemeinsam weitergelernt hätten. Nun bin ich mit ein paar wenigen anderen Mädchen in den höheren Schulklassen übrig geblieben. Im Dorf spricht man über uns, weil wir zur Schule gehen anstatt zu heiraten“, erzählt die vierzehnjährige Leyla aus dem Dorf Ezack.

Keine Bildung, große Armut
Niger ist das zweitärmste Land der Welt. Vor allem in den Wüsten- und Savannengebieten des Landes sind die Menschen von langen Dürreperioden, von immer wiederkehrenden Ernteausfällen und einem damit einhergehenden Mangel an Nahrung und Einkommen stark betroffen. Die Alphabetisierungsrate ist sehr niedrig und Bildung hat insbesondere für Mädchen kaum einen Stellenwert. Das hat zur Folge, dass die Mädchen, die eingeschult werden, meist nach zwei Jahren, sobald sie verheiratet werden, die Schule abbrechen. Das wenige, das sie gelernt haben, ist rasch vergessen und so bleiben sie für den Rest ihres Lebens Analphabetinnen. Dennoch hat sich bereits einiges zum Positiven gewendet: In den Dörfern gibt es mittlerweile immer mehr Schulen und die Einschulungsrate ist landesweit im Steigen begriffen. Aber die Lernbedingungen sind nach wie vor schlecht: In den Klassenräumen fehlt es an allem, Bücher und Unterrichtsmaterialien sind kaum vorhanden.

Wenn Kinder Kinder bekommen
Die fehlende Bildung hat direkte Auswirkungen auf die Geburtenrate. In Niger bringen Frauen durchschnittlich acht Kinder zur Welt und sind bei der Geburt ihres ersten Kindes meist nicht älter als 14 Jahre. Viele Neugeborene überleben aufgrund von Krankheit und Unterernährung das Kindesalter jedoch nicht. Das senkt aber die Geburtenrate nicht, sondern hebt sie im Gegenteil an. Denn die vorherrschende Einstellung besteht darin, so viele Kinder wie möglich zu haben, damit einige davon gesunde Buben sind, die einmal die alt gewordenen Eltern versorgen können.
Folgende Daten wurden in Niger erhoben:
50 Prozent der 18-jährigen Mädchen, die nie oder nur kurz zur Schule gegangen sind, haben bereits Kinder, aber nur 33 Prozent der 18-jährigen, die 6 Jahre Unterstufe abgeschlossen haben, und nur 15 Prozent jener, die höhere Schulen besucht haben.

Einen positiven Kreislauf in Gang setzen
Aufklärung und Bildungsmöglichkeiten in den Dörfern tragen maßgeblich dazu bei, dass auch Mädchen eine Chance auf Bildung erhalten und sich dadurch die Situation der in Armut lebenden Familien verbessert.
Frauen, die Zugang zu Bildung hatten, sorgen dafür, dass auch ihre Kinder die Schule besuchen. Sie setzen so einen positiven Kreislauf in Gang, der gleichzeitig die Stellung der Frau in der Gesellschaft verbessert, weil nun auch diese durch Beruf und Ausbildung die Familien wirtschaftlich absichern können“,
erklärt eine Mitarbeiterin des Projekts.

Bildung für alle
Seit 2001 arbeitet unsere Partner-Organisation Oxfam mit lokalen Organisationen und öffentlichen Stellen in Niger zusammen, um das Bildungsangebot zu verbessern. In dem groß angelegten Programm „Bildung für alle“ sollen sowohl Buben als auch Mädchen in den ländlichen Gebieten der drei ärmsten Regionen des Landes, Tillabery, Agadez und Zinder einen Zugang zu Bildung erhalten. Schulen und Klassenräume werden besser ausgestattet, die Qualität der Lehrerausbildung verbessert sowie Bewusstseinsarbeit zur Bedeutung von Bildung für Mädchen gefördert.

Von Kind zu Kind
Der Entwicklungshilfeklub wurde gebeten, speziell die Mädchen des Programms zu unterstützen. Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass 1.500 Mädchen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren aus 40 verschiedenen Dörfern schulisch gefördert und dabei unterstützt werden, ihren Bildungsweg nicht frühzeitig abbrechen zu müssen. Der dabei verfolgte Ansatz: einerseits Bewusstseinsbildung bei den Eltern zu betreiben und andererseits Kindern die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig zu helfen, damit Wissen von Kind zu Kind und an die Familien weitergegeben wird.
– Lesegruppen für Schülerinnen
In insgesamt 50 Lesegruppen mit je etwa 30 Mädchen sollen diese ermutigt werden zu lesen und ihren Bildungsweg fortzusetzen. Gleichzeitig wird damit Französisch, welches zwar die Unterrichts- und Landessprache, aber nicht die Muttersprache der Kinder ist, gefördert. Das gemeinsame Lesen in der Gruppe hat den großen Vorteil, dass begabte Kinder jenen mit Leseschwächen unterstützend zur Seite stehen. Die Gruppen treffen sich zweimal wöchentlich nach der Schule, um gemeinsam zu üben, ein Lehrer unterstützt sie dabei. Ein Lesefest am Ende des Schuljahres, bei dem die Teilnehmerinnen Bücher als Geschenk erhalten, liefert weiteren Anreiz und führt zu einem Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe.
– Gesundheits- und Aufklärungsprogramm von Kind zu Kind
Jeweils fünf besonders interessierte Mädchen pro Lesegruppe haben zusätzlich die Möglichkeit, an einem Kurs teilzunehmen. Ziel ist es, Wissen zu Gesundheit, Hygiene und Familie an andere Kinder, jüngere Geschwister und Familienangehörige weiterzugeben und damit zu einem Umdenken in den Dörfern beizutragen.

Es ist bereits einiges geschehen
Mit Projekten des Entwicklungshilfeklubs konnte in den letzten Jahren im Projektgebiet die Ernährungssituation von Familien und Schulkindern verbessert werden. Es wurden Schulkantinen errichtet, um die Unter- und Mangelernährung zu bekämpfen und so die Kinder zu befähigen, am Unterricht teilzunehmen und das Gelernte aufzunehmen.

Unser Beitrag
Tragen wir dazu bei, dass Mädchen Begeisterung für Lesen und Bildung entwickeln, diese in ihre Familien tragen und eine Chance für einen Bildungsabschluss erhalten, der ihr Leben positiv beeinflussen kann. Für Bücher, Lese- und Unterrichtsmaterialien sowie Transport- und Verpflegungskosten des Gesundheits- und Aufklärungsprogramms werden für eine Lesegruppe von 30 Mädchen 289,– Euro (1 Mikro) erbeten bzw. 19,– Euro (1 Anteilstein) für zwei Mädchen für ein Jahr.

Mädchen sollen ihren Schlüssel zur Bildung erhalten, der ihnen das Tor in eine glückliche Zukunft öffnet.

Finanzieller Anteil:
289,– Euro (Bücher, Lese- und Unterrichtsmaterial, Transport- und Verpflegung für eine Lesegruppe für ein Jahr) => Betrag von 1 Mikro

Anteilstein:
19,– Euro (für zwei Mädchen für ein Jahr) = Betrag von 1 Anteilstein

Projektdurchführung:
Oxfam (Partner-Organisation des Klubs)
Dimol, Hedt Tamat, Eddn, Asec Mungane (4 lokale Organisationen -Durchführung im Einsatzgebiet)
Ibrahim Weifane (Projektkoordinierung)

Projektstart:
August 2015

[ zurück ]


hosted at Brunner Webhosting - login - JPETo™ CMS JPETo - James's Publishing & Editing Tool